Akustikusneurinom

Das sogenannte "Akustikusneurinom" ( in der Regel vom Gleichgewichtsnerven ausgehend = Vestibularisschwannom ) ist ein gutartiger ( WHO Grad I ) Tumor, der aber durchaus tückische Verläufe nehmen kann. Die Tumoren können wenige Millimeter klein oder mehrere Zentimeter groß werden und dann zu einer Kompression des Hirnstamms mit erheblichen neurologischen Ausfällen führen. Meist treten die Tumoren einseitig auf, auch bds. Tumoren sind möglich, v. a. bei der Neurofibromarose. Klinische Symptome können, auch bei großen Tumoren, sehr gering ausgeprägt sein, da die Tumoren langsam wachsen. Typisch ist ein zunehmender Hörverlust, das Telefonieren auf dem betroffenen Ohr ist nicht mehr möglich, oder auch ein sogenannter "Hörsturz". Dessen Auftreten erfordert in jedem Fall die Durchführung einer Kernspintomographie ( = MRT ) als zielführender Diagnostik. Die Therapie richtet sich nach der Größe des Tumors, der Symptomatik sowie dem Alter des Patienten. Bei sehr kleinen Tumoren mit erhaltenem Gehör ist Abwarten gerechtfertigt, große Tumoren mit Hirnstammkompression bedürfen auf jeden Fall der Operation. In jedem Fall muss die Behandlung individuell festgelegt werden. Bei Tumoren, die den inneren Gehörgang nicht überschreiten liefert auch die Bestrahlung betreffs Erhalt von Gehör und Gesichtsnerv ( = N. facialis ) gute Ergebnisse, dabei muss aber bedacht werden, dass in den Jahren nach der Bestrahlung das Hörvermögen zunehmend schlechter wird, so dass hier, v. a. bei jüngeren Patienten, die OP günstiger erscheint. Die Schonung des Gesichtsnerven bei erhaltener Funktion ist abhängig von der Größe des Tumors, gelingt aber heute in Zentren mit entsprechender Expertise zumeist.

 AKN links intra - / extrameatal. Der gelbe Pfeil zeigt auf den Tumor ( linke Abbildung ). Das rechte Bild zeigt den Zustand nach vollständiger Entfernung des Tumors.

AKN links intra - / extrameatal mit Kompression von Hirnstamm und Kleinhirnschenkel ( gelbe Pfeile ). Der rote Pfeil weist auf den Anteil im inneren Gehörgang. Rechts Zustand nach Tumorentfernung.

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